Neunter Stopp – Shanghai

 

In Shanghai angekommen, fuhren wir zu unserer Unterkunft und haben auf den Weg dorthin ein Katzenkaffee entdeckt. Zwei Fliegen mit einer Klappe quasi. Süß und lecker war es. 

Zu Haus bei unserem Host angekommen, wurden wir von einem quirligen Welpen, namens Bounty, empfangen. 

Nach einem Nickerchen, machten wir uns schick und gingen an den berühmten Bund. Vorbei an tausenden Touristen, konnten wir uns ein perfekten Spot ergattern und genossen den großartigen Blick auf die Skyline Shanghais. 

Danach waren wir auf der Suche nach einer Cocktailbar. Das war dann schließlich mit 120 Yuan (16€) unser teuerster Drink auf der Reise. 

Am nächsten Morgen besuchten wir einen Pottery Workshop, dort lernten wir mit Ton auf der Tondrehscheibe umzugehen. Tolles Erlebnis, da wir quasi eins zu eins begleitet wurden. 

Im Anschluss beeilten wir uns, um ans andere Ende der Stadt zu kommen und dort Chris Kumpel und Frau zu treffen. Wir ließen den Abend bei den beiden daheim ausklingen und lernten deren Hauskater „miaumiau“ kennen. 

Faszit Shanghai: tierisch kreativ warst du für uns. 

Der nächste Tag bestand darin, uns auf die letzte längere Etappe in China nach Shenzhen und Hongkong vorzubereiten. 13:00 Uhr fuhr der Zug. Leider war diese Zugfahrt nicht so cool wie die bisherigen, da wir als Nachbarn mit überforderte Mütter und ihren Kindern zu tun hatten. 

Achter Stopp – Qufu

Als nächstes ging es für zwei Wochen in die Stadt Qufu, Provinz Shandong. Die Geburts und  Sterbe sowie Wirkungsstätte von Konfuzius. Es handelt sich um Freiwilligenarbeit für die UNESCO in der dortigen Weltkulturerbestätte bestehend aus Konfuziuswald, Anwesen und Tempel. Untergebracht waren wir im Quest bzw. Guest Hotel Qufu -es gab wirklich beide Schreibweisen;)- mit Vollverpflegung, sponsored by UNESCO.

Wir waren 4 nicht chinesische Freiwillige, außer uns eine Französin und eine Indonesierin. Tags darauf lernten wir 20 chinesische Freiwillige kennen und wurden in 4 Gruppen geteilt, jeder nicht Chinese als jeweiliger Gruppenführer. Die nächsten 4 Tage brachte man uns bei, wofür wir hierher gekommen waren, Kommunikation mit Touristen, Reinigungs/Konservierungsarbeiten und kulturelle Erfahrung sammeln. Es war super lustig, aber auch super heiß. Täglich 38 Grad und nicht einmal Regen. Juli in China eben.

Danach stoßen 60 Kinder / Jugendliche zu uns, wurden in unsere Gruppen eingegliedert und wir waren komplett. Wir zeigten Ihnen für die weiteren 4 Tage, was wir zuvor gelernt hatten. Ein Heidenspaß für uns alle, beim Bogenschießen, Professionelle Papierabdrucktechnik , Karaoke, Tanzen. Für den Tanz liehen sich die Frauen traditionelle Trachten und wir präsentierten den Tanz an verschiedenen Plätzen im Tempel.

Sehr kreativ wurden die Aufgaben gelöst und jeder hat sein Talent einbringen wollen, eine tolle Arbeitsatmosphäre war das! Haben wir noch nie so erlebt.

Für uns Westler war es quasi ein Einblick in den Ablauf eines Sommerferienlagers in China, was man sonst so nie kennenlernen kann. Für die Chinesischen Kids war es, denken wir, aufregend so nah mit uns sein zu können und für alle gilt, dass wir nun mehr über Konfuzius wissen und eine super interkulturelle Zeit hatten. Am Abschiedsabend flossen Tränen, so viele Eindrücke und tolle Kontakte, da war sicher, dass wir etwas Verarbeitungszeit benötigen. Gut, dass eine Tagesreise im Schlafzug, Ziel Shanghai Südbahnhof, direkt im Anschluss Anstand. 

Siebter Stopp – Taishan (Shandong)

Unser nächstes Ziel war der Taishan in der Provinz Shandong, einer der heiligen Berge Chinas. Wir verpassten unseren Zug am völlig überlaufenen Pekinger Hauptbahnhof und kamen so zu dem Erlebnis, wie es ist, sieben Stunden ohne Bett oder Sitzplatz Zug zu fahren. Das heißt, auf dem Rucksack sitzen, neben den Wanderarbeitern mit ihrem großen Gepäck. Angekommen in Taishan, fuhren wir per Taxi zum bereits gebuchten Hostel, welches in super Lage am Fuße des Berges war. Wir erfuhren, dass der Berg quasi 24 Stunden offen hat und dass der Sonnenaufgang auf der Bergspitze  das Hauptziel der Besucher hier sei. Also buchten wir uns ein Hotelzimmer am Gipfel für die nächste Nacht und begannen den Aufstieg tagsdarauf am Nachmittag.

9 steile Kilometer bestehend aus 7000 Stufen bei 36 Grad erwarteten uns. Wir brauchten 5 Stunden dafür. Die Aussicht und die Natur und der Sonnenuntergang entlohnen uns dafür.

Der Sonnenaufgang sollte gegen 4Uhr 50 sein also gingen wir früh schlafen. Über Nacht wurde es kalt und so mieteten wir uns zwei Chinesische Militärjacken (Einheitsgrösse XXL) am Morgen und gingen zur Aussichtsplattform.

Nur meinte es das Wetter nicht so gut mit uns, ausser Windböen, Nebel und leichtem Regen bekamen wir nichts zu Gesicht. Zum Abstieg wählten wir die Seilbahn (Made in Switzerland) und verbrachten den Abend mit einem Spaziergang am Fuße des Taishan. 

Sechster Stopp Shijiazhuang und Beijing – China

Am Sonntag den 17.06.2018 kamen wir nach Shijiazhuang (3Std entfernt von Peking). Es ist eine Kleinstadt mit nur 10 Millionen Einwohnern. Wāre doch gelacht wenn man da nicht zurecht kommt. Gleich am Bahnhof gab es ein Wiedersehen. Da Chris vor 8 Jahren zum Arbeiten nach China gegangen ist, wurden wir herzlichst begrüßt. 

Mr. Zai so nennt sich sein Kumpel, der sich extra für uns freigekommen hat. Wir führen zu unserer exklusiven Unterkunft, zu Mam, seiner Mutter. Sie lud uns ein am Tisch Platz zu nehmen, ganz klassisch klassisch hielt sie ihre chinesische Teezeremonie für uns. Ein guter kultureller Start, nun realisierten wir langsam dass wir in China sind. Dazu beigetragen hat auch, dass im Fernsehen Brad Pitt plötzlich chinesisch spricht … obwohl uns das eher belustigt hat. Haha. An den folgenden Tagen, hatte Anni drei Probestunden bei drei verschiedenen Ärzten die traditionelle chinesische Medizin praktizieren. Sie entschied sich letztendlich für ein 77. jährigem topfitten Therapeuten, der auch viel manuell arbeitet.  

Nach einer Woche, ging es dann jedoch nach Peking ( Beijing). Dort angekommen, erwartete uns ein weiterer Kumpel von früher. Er heißt auch Chris und ist gebürtiger Engländer. Die Jungs zelebrierten ihr Wiedersehen und erzählten lustige Geschichten von früher.

Anni bekam Bescheid, dass sie bereits am Sonntag für einen halben Tag einer Ärztin während ihrer Arbeit zuschauen konnte. Also war für Samstag Sightseeing angesagt, wir besuchten den berühmten Tian An Men Platz, auf dem noch heute große Paraden gehalten werden und den Eingang zur verbotenen Stadt offenbaren (Tor des himmlischen Friedens). Da es sehr heiss war entschieden wir uns für den Zhongshan Park (direkt vor der verbotenen Stadt gelegen). Durchquert man die Tore, erfährt man eine himmlische Stille… plötzlich sind keine Autogeröusche zu hören, sondern man hört Vöglein Zwitschern, Grillen zirpen und ansonsten nimmt man nur eine Stille wahr, die fast schon auf die Ohren drückt. 

Alle Gärten in Beijing lohnen sich für einen Besuch oder für eine Sporteinheit. Tolle Dinge kann man dort erleben, tollen Menschen begegnet man dort.

Am Abend fuhren wir zu Chris ehemaligem Arbeitsplatz. Alles war super erreichbar mit dem Perfekt ausgebauten U-bahn Netz. 

Während Anika also ihre Studienzeit mit der Doktorin für chinesische traditionelle Medizin für 16 Tage verbrachte, fuhr Christian für eine Woche einen weiteren Freund besuchen, der vor 5 Tagen frisch zum zweiten Mal Vater geworden ist. Wir haben uns nur am Wochenende gesehen, danach bekam er die Bestätigung, dass er als freiwilliger Helfer in ein sehr bekanntes buddhistisches Kloster Nähe Bejings gehen konnte. Er hatte die Ehre dort bei der deutschen Übersetzung der Schriften mitzuhelfen. 

Wir beide hatten eine prägende Zeit in den zwei Wochen und haben die Zeit wunderbar nutzen können. Voll von neuen Eindrücken und interessanten Geschichten, verbrachten wir die übrige Zeit damit der kaiserlichen Sommerpalast und die große chinesische Mauer zu sehen. Beide Sehenswürdigkeiten sind rund 1,5 Stunden von Beijing entfernt und lohnen sich zu 100%. 

Hier einige Eindrücke:

Fünfter Stopp Hafenstadt Dalian – China

Am nächsten Tag (12.06) nachts 11 Uhr angekommen, holte uns unser couchsurfing Gastgeber ab und wir bjestellten uns Chicken Wings und Burger … das war nicht die beste Wahl, aber das gemeinsame Essen und Quatschen mit dem Südafrikaner war schon gut. 

Christian hat sein Handy über eine App als verloren gemeldet, Anika’s Nunmer hinterlegt und auf standby stellen lassen. Am nächsten Morgen, wie aus dem nichts,  kam tatsächlich 7:30 Uhr ein Anruf von einer Chinesin aus Manzhouli. Zum Glück ist Christians Chinesisch nicht so eingerostet und er erfuhr, dass sein Handy von einer ehrlichen Finderin gefunden wurde. Happy Day!!!! 

An Schlafen war nicht mehr zu denken, wir gingen Frühstücken und schauten was wir so erleben können. Menschenleere Straßen in einer Chinesischen Stadt, ganz untypisch.

Aber so hatten wir einen ruhigen und entspannten Start. Wir fuhren auch an den Strand und Anika hat zum ersten Mal in ihrem Leben eine Auster gegessen. In Dalian war auch das erste WM Spiel, und das erste Mal, dass wir Zugang aufs Dach zu einem Skyscraper hatten.

 

Nach 3-4 Tagen machten wir uns zum Bahnhof und nahmen Abschied von der Hafenstadt Dalian.

 

Vierter Stopp Manzhouli

Manzhouli-Dalian

Grenzübertritt von Sibirien in die chinesische Provinz innere Mongolei. Wir wurden von unserer Gastgeberin Lily pünktlich abgeholt die uns als erstes einen Cocktail zur Begrüßung in ihrer Wohnung mixte. Prost und GanBei erstmal, wir bleiben 36 Stunden in Manzhouli. Sie ist chinesisch- mongolischer Abstammung und brachte uns und ihren kanadischen Boyfriend zum Abendessen was eine große Menge köstlich gegrilltes Fleisch in dieser Region bedeutet. Wir schauten uns auf dem Nachhauseweg die Stadt an. Anders als auf der russischen Seite der Grenze wo es nur spärlich ein paar Dörfer gibt ist Manzhouli von Hochhäusern geprägt die allesamt golden beleuchtet sind. „The golden city“ wurde uns erklärt. Es erinnert schon an Las Vegas dort, alles künstlich und trockener Sand. Naja, im Winter ist es hier minus 40 Grad aber im Mai 19 Grad. Wir kauften am nächsten Tag zwei chinesische Simkarten um online sein zu können, 20Gb für einen Monat ist ein gutes Angebot für uns zwei und bezahlen monatlich unter 15€ dafür. Fair play! 

Am nächsten Tag mussten wir abends  zum Zug nach Dalian, Provinz Liaoning weil wir ans Meer und an den Strand wollen. Unsere Gastgeberin fuhr mit uns per Taxi zum Bahnhof und wir verabschiedeten uns herzlich. Im Taxi hatten wir Pässe, Handys, Geld und Gepäck, alles gut also. Naja, bis Christian beim Einstieg in den Zug auffiel das er sein Handy nicht mehr hat, mit welchem er aber gerade noch ein Photo von der goldenen Skyline gemacht. Top!

Abfahrt ist in 5 minuten, Handy ist nicht auffindbar am security check, also steigen wir in den Zug ein. Im Zug kontaktieren wir die Gastgeberin, die den Taxifahrer anrief. Auch hier Fehlanzeige, die Stimmung war dementsprechend. Schlecht. Vor uns liegen geschätzte 1500 Kilometer in 25 Stunden im Schlafzug. Es gibt in diesen Zügen der untersten Kategorie der chinesischen Staatsbahn noch eine Raucherecke mit Aschenbecher. Wunderbar für Raucher. 

Eine stressverarbeitungszigarette

Stopp Nr. 3 – Baikalsee

Nach zwei Wochen absoluten ursprünglichem Leben auf der Bienenfarm, kamen wir ziemlich schnell wieder in das hektische Leben. Plötzlich zählten wieder die Abfahrtzeiten von Zügen, wie viel Geld man im Geldbeutel hat , ob das Essen für die Zugfahrt reicht, ob die Absprachen mit der Unterkunft beim Baikalsee funktioniert. 

 

Nach 2005 km Zugfahrt kamen wir in Irkutsk an und mussten feststellen, dass der Busbahnhof 40 min weiter ausserhalb von Bahnhof liegt. Dort angekommen, mussten wir den Tranfer organisieren. Wir wollten auf die Insel Olkhon, 300 km von Irkutsk entfernt. Der Bus dahin war ausgebucht. Wir wollten pokern und trotzdem irgendwie dorthinkommen, wir hatten ja schliesslich schon die Unterkunft über Airbnb gebucht. Wir buchten den Bus, der die Marschrutka nach Olkhon kreuzt und sprachen dies mit dem Busfahrer ab. 

Nach weiteren 2 std Busfahrt, auf der besagten Kreuzung, fand sich tatsächlich ein kleiner Bus, der Richtung Baikalsee fuhr. Nur hatte dieser Bus keinen Platz für das Gepäck. aber dafür auf dem Dach. Guter Hinweis: russiche Raplyriks bringen uns in Russland weiter: Anni hat mit einfachen drei Worten die Mitfahrt klargemacht. Nach einer Std kamen wir also in der Nähe vom Baikalsee an… das ist der Punkt, in der Nähe! Wir wollten aber auf die schöne grosse Insel Olkhon , die im Baikalsee liegt… und die Fähre fährt aber nur bis 19:00 Uhr abends… es war bereits 20:30 Uhr. Somit mussten wir uns eine Unterkunft suchen. Man muss schon sagen, dass wir grosses Glück haben auf unserem Trip, da ein junger Mann, der mitbekommen hatte, dass wir in dem Dorf gestrandet sind und die Nummer von unseren Host ausfindig machen wollten, um ihr Bescheid sagen zu können, schenkte er uns seine  Ersatz Simkarte für das Handy. Alles konnte nun geregelt werden und der nette Busfahrer half uns bei allem. 

     

 

Der Transfer am nächsten Tag war kein Problem, wir genossen die Aussicht und die Fährfahrt. Alles für umgerechnet 5Euro pro Person. Wir würden direkt bei der Unterkunft abgeliefert und konnten gleich die Insel erkunden. 

Wir bemerkten gleich die bunt geschmückten Bäume an manchen Stellen und fanden heraus, dass auf der Insel Olkhon Schamanen leben, und es von der burjatischen Bevölkerung aktiv gelebt wird. Es ist wahr , an den Stellen gab es entweder etwas besonderes zu sehen oder man spürt einfach eine besondere Kraft an diesem Punkt. Wir haben gleich gemerkt, dass diese Insel sehr besonders ist und hier war es auch selbstverständlich, der Natur etwas gutes zu Tun. Wir sammelten Müll, der sich am Strand befand, waren ehrfürchtig und respektvoll und travelandclean kam endlich zum Zuge. 

 

Diese Insel war voller Zufälle und wunderschöner Momente. Wenn es anfing zu regnen, dann fand man plötzlich eine Galerie die geöffnet hatte, wir mussten ein Bild dort kaufen, da Seins auf Anhieb sehr gefallen hat und haben die Geschichte des Malers erfahren, da die Verkäuferin und der Maler sehr gute Freunde sind. Nach einer langen Wanderung durch den Wald, die gefühlt ins Nichts führte, schauten wir auf eine online Karte, um unseren Plan zu ändern und sahen das wir auf dem Weg waren, eine Bergquelle in der Nähe besuchen zu können. Den Quelllauf entlang, kamen wir an einen heiligen schamanischen Ort, plötzlich wurde es uns kühl, während wir uns dem Platz näherten , da sahen wir mitten in der 26 Grad warmen Umgebung einen gefrorenen Flusslauf, Knochen die wir dort gesehen haben, ließen wir lieber vor Ort, aber das Messer welches wir neben der 40 cm dicken Eisschicht gefunden haben, das ging mit. Plötzlich tauchten Kühe auf, die von dem Flusslauf trinken wollten, ein Bulle war jedenfalls dabei die Kühe in die richtige Richtung zu treiben. Das war das Zeichen für uns zu gehen. Nach 100 Metern drehten wir uns um und die Kühe hatten sich in eine Reihe formatiert und kamen hinter uns her… als würde sie uns nur den einen Ausweg lassen, sodass wir verschwinden sollten. 

Die Insel Olkhon ist ein Muss, unter allen Naturliebhabern und das was noch darüber hinaus geht. Hier gelten andere Gesetze! 

Bitte einsteigen … Erlebnis Transibirische Eisenbahn


Eine Zugfahrt, die ist lustig, eine Zugfahrt, die ist schön.

 

Здравствуй, Попасть в поездке

Hallo, einsteigen Bitte.

Und schon geht es los.

Mit der Transib über Moskau bis Ufa und von Ufa bis Irkutsk und von dort bis an die Russisch Chinesische Grenze. Hier eine kleine Zusammenfassung.

Insgesamt waren wir 6 bis 7 Tage/ Nächte im Zug und haben somit Russland durchquert. Und das in der dritten Klasse. Heißt mit 50 anderen  Menschen in einem Schlafwagon.

Du kommst rein, nachdem du dein Ticket mit Reisepass vorgezeigt hast, suchst du dir deinen Platz und schaust dich erstmal um. Wir haben festgestellt, dass viele Familien mit Kindern , Arbeiter, Ehepaare, Soldaten und auch Sportler mit dem  Zug fahren. Und genau darauf kommt es an: hast du einen direkten Nachbarn mit dem du dir die Schlafnische teilst oder nicht! Meistens haben wir diese mit Chaoten geteilt. Aber somit war es wirklich ein Erlebnis, weil anders wäre es zu langweilig gewesen. Merke: in der Mitte des Wagons ist es meistens lustig: es wird das Kartenspiel Durak (= Dummkopf) gezockt, heimlich Alkohol getrunken und gegessen werden Instant Gerichte und семечки = geröstete Sonnenblumenkerne.

Frauen schlafen tendenziell immer unten und bekommen von ihren Partnern das Bett vorbereitet, sind jedoch für Chai machen zuständig. Und das ist ziemlich einfach. Es ist nämlich total toll, in jedem Abteil gibt es einen Behälter mit heißem Wasser (самовар = Samowar).

 

 

 

 

 

 

Alles in allem eine eine tolle Erfahrung, günstig und die Betten sind voll in Ordnung. Wird es zu unruhig im Wagon ist sogar Security zuständig, dies zu unterbinden. Heißt es kann nie zu chaotisch werden. Die Eindrücke der Wälder, Steppen und Seen aus der Bahn heraus werden uns ewig begleiten.

Danke dafür!

 

Zweiter Stopp — Baschkortostan

Baschkortostan – eine muslimisch geprägte russische Teilrepublik süd westlich des Urals 

Die Hauptstadt ist Ufa  – kurzer Zwischenstopp um unseren Lieblingsrapper live zu sehen. geniales Konzert und rappelvoll. Stimmung war super.

Die Groupies sind am Start!

Nächsten Tag:  11:00 Uhr Abfahrt von Avtobus Vaksal 2,5 STD mit dem Bus Richtung tiefstes Baschkortostan.

Ein ganz anderes Leben erwartete uns dort. Hier beim Imker namens Zinnur, wo der leckerste russische Honig produziert wird. Seine Farm hat bereits seit 30 Jahren bestand. Zinnur freut sich, dass wir freiwilligen Helfer uns auf den weiten Weg gemacht haben, um ihm unter die Arme zu greifen. 

Entschleunigung Pur: Was ein anderes Gefühl! 

Du bist auf dem Land, wir durften eine kleine Hütte beziehen und diese selbst bewirten. Das war also unser neues Zuhause. 

Jeden Tag um 10 kommt die von Chris sogenannte  „Mafia“  und holt ihn ab, um den täglichen Aufgaben nachzugehen.

Alles war so ursprünglich. Keine Nachbarn, nur die Farm, das Leben in der Großstadt ist nicht vergleichbar.

Alles auf null gesetzt, nur Du mit der Natur und den Bienen. Faktoren Lärm, Stress und Zeitdruck gibt es nicht… Fließendes und Heißwasser jedoch auch nicht, aber dafür gibt es Strom, obwohl dieser auch manchmal ausgefallen ist. Zum Duschen wurde die russische Schwitzhütte, genannt Banya, angefeuert, jedoch mussten dort zwei bis vier Stunden vergehen bis das gesamte Holz zur Glut wurde, da sonst die Gefahr bestünde, nicht lebend aus der Banya herauszukommen. Wer zu früh duschen gehen wollte bekam die berühmte russische Standpauke von Zinnur ( mit erhobener Faust). Legendär. 

Rahmen Remont
Äh Entschuldigung … ich habe da mal eine Frage … wo geht es hier zur Abmerdung
Der Brunnen

Da wir die Volunteers waren : mussten wir keine Einkäufe erledigen.

Wenn schlechtes Wetter war, dann hätten wir Freizeit oder Arbeiten in der Hütte wurden erledigt. Bei gutem Wetter werden Bienenstoecke gestrichen, Holz gehackt, Wabenrahmen repariert und für den Großeinsatz Mitte Juni – September vorbereitet. Wir alle waren den Bienenattacken ausgesetzt, da der Regen den Duft der Blüten neutralisiert hat und die Bienen zornig deswegen waren. Alle wurden gestochen außer ich (Anni). Hihi. 

 

Ein Rückblick von Anni:

Frauen sollen nicht arbeiten.

Chai machen, putzen, Wäsche waschen und fuer den Arbeiter, Chris und mich Essen machen. Die ersten Tage habe ich mich sehr fehlplatziert gefühlt… von Business Lady hin zu Hausfrau- meine Neugier alles über Bienen zu erfahren traf zudem auch auf eine große Sprachbarriere. Ich hatte Schwierigkeiten anzukommen. 

Um mich von jeglichen Vorurteilen zu schützen und Freude zu haben an dem was ist, machte ich die Qi Gong Übungen, die ich vor zwei Jahren bei einem Workshop kennengelernt hatte und kam endlich auf baschkirischem Boden an. Wichtig war, es jeden zweiten Tag zu wiederholen oder auch mal joggen zu gehen oder chinesische Vokabeln zu pauken.

 

Weg waren die Zweifel und Druckmomente und nach getaner Arbeit im Haus, setzte ich mich einfach mit zu den Männers und half ihnen oder lernte Holzhacken- geniales Workout – perfekter Zeitpunkt für eine Training Sweat and Blood against Cancer Einheit 

 

Training Sweat Blood against Cancer

 

Wir waren jeglichen Wetterbedingungen ausgesetzt gewesen 30• Grad bis 5• Grad, Hagel, Regenschauen und Sonnenbrandgefahr 

Des Weiteren kamen wir mit Pferdebremsen in Kontakt, die doppelt so groß waren, wie in Deutschland und Umland , sowie mit den unberechenbaren Bienenattacken… Kopfstoßgefahr wegen der tiefen Hausbalken … hierzu fällt mir der amerikanische Volunteer Alex ein, der nach 6 Tagen dazu kam, welcher sich so häufig den Kopf gestossen hatte, dass er schon eine Schürfwunde an ein und der selben Stelle am Kopf hatte. Irgendwie auch lustig, es hatte den Anschein als lerne er es nie. 

Zitat von Zinnur (übersetzt)- der natürliche Feind der Bienen ist der Bär, deswegen verdeckt euer Kopfhaar, sonst werden sie aggressiv und attackieren euch. 

Am 02.06.2018 ging unsere Reise weiter. Leider kam der versprochene  Linienbus im absoluten Nirgendwo leider nicht zur versprochenen Zeit und wir kamen überraschender Weise in Zeitnot… diesmal musste der Hitchhike Finger uns zum Ziel führen … es hat geklappt 3-5 Minuten vor Zugabfahrt saßen wir im Zug, der uns nach Irkutsk bringen soll (3 Nächte in der transsibirischen Eisenbahn standen uns bevor).